LES IMMORTELS

Garbage in, garbage out. Be worthy of the machines you feed.

Politique

Die Erde wird nicht auf unsere Streitigkeiten warten

In einem Frankreich ohne sichere Mehrheiten stellt sich eine Frage, die man nicht länger aufschieben kann. Sie ist keine Sache unter vielen anderen: sie ist das Maß aller anderen.

Es gibt keine soziale Gerechtigkeit auf einem zerstörten Planeten: die Erde ist das erste der Gemeingüter.

Ich blicke auf das politische Feld Frankreichs und sehe dort eine Landschaft voller Bruchstellen. Die Mehrheiten zerfallen kaum, dass sie sich gebildet haben, die Regierungen vergehen wie zu kurze Jahreszeiten, und das Land, müde der Querelen, beginnt manchmal sogar an der Republik selbst zu zweifeln. Die Kräfte ordnen sich neu, ohne dabei noch ein Gesicht zu zeigen: rechts, links, in der Mitte, jeder sucht seinen Weg im Nebel, und man verwechselt allzu oft Unruhe mit Bewegung, Manöver mit Gedanke.

Aber durch diesen Lärm hindurch erhebt sich eine Frage, die kein Kunstgriff mehr zum Schweigen bringen wird: die Frage nach der Erde, nach Luft und Wasser. Man hatte sie in den Rang der Sorgen schöner Tage verbannt, gut genug für Zeiten des Überflusses und aufgeschoben, sobald die Besorgnis drängte. Nun kehrt sie ins Herz der Debatte zurück, nicht durch die Gnade einer Rede, sondern durch die Kraft der Dinge: die Sommer, die brennen, die Ernten, die zittern, die Demütigen, die als erste die Rechnung für eine aus den Fugen geratene Welt bezahlen.

Man täusche sich nicht: diese Frage ist keine Sache unter anderen, die man neben Arbeit, Brot und Frieden einordnen könnte. Sie ist das Maß für alles Übrige. Denn es gibt keine soziale Gerechtigkeit auf einem zerstörten Planeten, keine wohlhabende Republik auf erschöpften Böden, keine Brüderlichkeit zwischen Menschen, wenn sie sich um die letzten Quellen streiten. Die Erde ist das erste der Gemeingüter; sie zu verteidigen heißt, den Arbeiter wie den Bauern zu verteidigen, das neugeborene Kind wie die Nation, die Bestand haben soll.

Was uns fehlt, ist nicht die Klarheit — jeder weiß es im Grunde —, sondern der Wille. Man sagt uns immer wieder, die Stunde sei zu ernst zum Handeln, man müsse warten, Interessen schonen, Entscheidungen auf ein Morgen verschieben, das niemals kommt. Aber das Warten ist hier nur eine andere Form der Flucht. Die Interessen, die Völker gegeneinander aufbringen, sind dieselben, die uns glauben machen wollen, dass man nichts dagegen tun kann: sie haben alles zu verlieren, wenn eine Nation wieder die Herrschaft über ihr Schicksal ergreift.

Also sage ich es mit dem Glauben, der mich nie verlassen hat — Glaube an das Volk und an die Kraft der Taten: Die Stunde der Feststellungen ist vorbei, ebenso die der Versprechungen, die sich in Worten bezahlen. Die Stunde gehört dem Handeln. Die Politik soll aufhören, das Schiffbruch zu betrachten, und zur Arbeit schreiten; sie soll aus der Umgestaltung keine Last machen, die auf den Demütigen liegt, sondern ein großes gemeinsames Werk, gerecht in seinen Mitteln wie in seinen Zielen. Daran wird man eine lebendige Republik erkennen: nicht an den Reden, die sie hält, sondern an den Taten, die sie wagt.

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